Skalierung einer digitalen Triage-Plattform für mehrere Kliniken auf der Open Telekom Cloud
Über den Kunden
Blackpine Medical GmbH ist ein deutsches Health-Tech-Unternehmen und ein Spin-off des Universitätsklinikums Freiburg. Das Unternehmen ist auf digitale Triage und die erste Patientenbeurteilung in Notaufnahmen sowie integrierten Notfallzentren (INZ) spezialisiert. Das Unternehmen bietet zwei Kernprodukte: TriageClient, ein Entscheidungshilfesystem für schnelle und strukturierte Patientenbewertungen, sowie TriageDoc, das die Erfassung und Übergabe von Triage-Ergebnissen zwischen Behandlungsteams optimiert.
Die Herausforderung
Eine effektive medizinische Triage ist entscheidend, um die Patientensicherheit zu gewährleisten und medizinische Ressourcen in Notaufnahmen effizient einzusetzen. Die Digitalisierung spielt dabei eine zentrale Rolle, um diesen Prozess in Deutschland nachhaltig zu verbessern. Entsprechend steigt der Bedarf an der Entwicklung und Skalierung von klinischen Entscheidungsunterstützungssystemen.
Das digitale klinische Entscheidungsunterstützungssystem von Blackpine, TriageClient, hat seine Wirksamkeit bereits in realen klinischen Umgebungen bewiesen und ermöglicht eine bis zu viermal schnellere Triage im Vergleich zu bestehenden dokumentierten Lösungen. Aufgrund dieser Ergebnisse plante Blackpine die Skalierung des Systems über mehrere Kliniken hinweg sowie den Aufbau eines zentralisierten Infrastrukturmanagements. Dabei ergaben sich folgende Herausforderungen:
Unser Beitrag

Die Lösung
Tech-Consulting
Zunächst konzentrierten wir uns auf die Definition einer Infrastrukturstrategie. Zu diesem Zeitpunkt evaluierte Blackpine Medical sowohl die Open Telekom Cloud als auch Microsoft Azure und benötigte eine klare, neutrale Expertenbewertung. Unser DevOps Engineer analysierte beide Plattformen und erläuterte die technischen, regulatorischen und wirtschaftlichen Vor- und Nachteile der jeweiligen Optionen im Kontext des Gesundheitswesens. Während Azure durch größere Vertrautheit und eine einfachere Implementierung überzeugte, erwies sich die Open Telekom Cloud als die bessere Wahl für die Anforderungen des Kunden - insbesondere aufgrund ihrer garantierten Datenhoheit, der besseren Vereinbarkeit mit deutschen Gesundheitsvorschriften sowie der planbaren Kostenstruktur. Daher entschied sich der Kunde letztlich für diese Lösung als nachhaltigste langfristige Option.
Architektonische Grundlage
Unsere Expert:innen definierten gemeinsam die architektonische Grundlage der Lösung und stellten sicher, dass sie mit dem bestehenden CI/CD-System des Kunden sowie den zukünftigen Skalierungsplänen kompatibel ist. Dafür konzipierten und implementierten wir zwei klar getrennte Prozesse:
- Onboarding - die automatisierte Erstellung eines neuen klinischen Tenants, einschließlich Infrastruktur-Bereitstellung und Basis-Konfiguration.
- Delivery - Bereitstellung, Updates und operatives Management bereits angebundener Kliniken. Dieses Delivery-Modell ermöglichte die Ausrollung neuer Funktionen und Updates in bestehenden klinischen Umgebungen sowie die unabhängige Verwaltung jeder einzelnen Klinik, ohne Auswirkungen auf andere Instanzen.
Diese klare Trennung war entscheidend, um eine sichere Skalierung und kontrollierte Betriebsabläufe im Gesundheitskontext zu gewährleisten.
Implementierung
Unser DevOps-Experte implementierte die Architektur mithilfe des Terraform IaC-Toolkits (Infrastructure as Code). Durch die Definition der Infrastruktur als wiederverwendbare und versionskontrollierte Templates konnte ein standardisierter Ansatz geschaffen werden, der konsistent über alle Kliniken hinweg angewendet werden kann. Ein entscheidender Vorteil war, dass dieselben Automatisierungen, die für das Onboarding neuer Kliniken genutzt werden, auch für die Verwaltung und Aktualisierung bestehender Kliniken wiederverwendet werden konnten.
Die Infrastruktur wurde auf Basis eines Kubernetes-Clusters umgesetzt, das in die Services der Open Telekom Cloud integriert und an die spezifischen Anforderungen der Managed-Umgebung angepasst wurde. Aufgrund unterschiedlicher Implementierungen von Netzwerk-Plugins, IAM-Mechanismen und dem Lebenszyklus von Kubernetes-Ressourcen innerhalb der OTC-Umgebung setzten wir standardisierte Konfigurationsansätze für Plattformkomponenten um. Diese gewährleisten ein vorhersehbares Systemverhalten, erhöhte Sicherheit und die Einhaltung betrieblicher Anforderungen.
Mit dieser Infrastruktur betreiben mehrere Kliniken eine gemeinsame Umgebung, wodurch Overhead reduziert wird, während gleichzeitig logische Isolation und operative Unabhängigkeit erhalten bleiben. Dadurch erhielt der Kunde ein skalierbares Infrastrukturmodell, das ein schnelles Onboarding sowie die Erweiterung um neue Kliniken unterstützt.
Deployment
Sobald die Klinik-Umgebung bereitgestellt und konfiguriert war, übernahmen wir das Deployment und stellten dem Kunden die finale Produktions-URL für das Klinik-Portal zur Verfügung. Damit wurde der gesamte Lebenszyklus von der Erstellung der Umgebung bis hin zum finalen Release vollständig abgedeckt.
Lemberg Solutions ist ein hochprofessioneller Partner mit ausgeprägter technischer Expertise. Für unser Software-as-a-Medical-Device-Produkt haben sie uns bei der Auswahl und Einrichtung unserer Cloud-Infrastruktur unterstützt und geholfen, eine solide Grundlage für unsere Anwendungen zu schaffen. Sie setzen Anforderungen nicht nur um, sondern denken aktiv mit, hinterfragen Annahmen und verbessern so das Endergebnis. Deadlines wurden zuverlässig eingehalten, sie blieben flexibel, und die Zusammenarbeit war durchweg sehr angenehm.