Skalierung einer digitalen Triage-Plattform für mehrere Kliniken auf der Open Telekom Cloud

Über den Kunden

Standort
Freiburg, Deutschland

Blackpine Medical GmbH ist ein deutsches Health-Tech-Unternehmen und ein Spin-off des Universitätsklinikums Freiburg. Das Unternehmen ist auf digitale Triage und die erste Patientenbeurteilung in Notaufnahmen sowie integrierten Notfallzentren (INZ) spezialisiert. Das Unternehmen bietet zwei Kernprodukte: TriageClient, ein Entscheidungshilfesystem für schnelle und strukturierte Patientenbewertungen, sowie TriageDoc, das die Erfassung und Übergabe von Triage-Ergebnissen zwischen Behandlungsteams optimiert.

Scaling multi-clinic digital triage system on Open Telekom Cloud - top image - left - Lemberg Solutions
Scaling multi-clinic digital triage system on Open Telekom Cloud - top image - right - Lemberg Solutions

Die Herausforderung

Eine effektive medizinische Triage ist entscheidend, um die Patientensicherheit zu gewährleisten und medizinische Ressourcen in Notaufnahmen effizient einzusetzen. Die Digitalisierung spielt dabei eine zentrale Rolle, um diesen Prozess in Deutschland nachhaltig zu verbessern. Entsprechend steigt der Bedarf an der Entwicklung und Skalierung von klinischen Entscheidungsunterstützungssystemen.

Das digitale klinische Entscheidungsunterstützungssystem von Blackpine, TriageClient, hat seine Wirksamkeit bereits in realen klinischen Umgebungen bewiesen und ermöglicht eine bis zu viermal schnellere Triage im Vergleich zu bestehenden dokumentierten Lösungen. Aufgrund dieser Ergebnisse plante Blackpine die Skalierung des Systems über mehrere Kliniken hinweg sowie den Aufbau eines zentralisierten Infrastrukturmanagements. Dabei ergaben sich folgende Herausforderungen:

Skalierbare Cloud-Architektur entwerfen
Da TriageClient das Potenzial zeigte, über einzelne Implementierungen hinaus eingesetzt zu werden, benötigte Blackpine eine Infrastruktur, die zuverlässig mehrere Kliniken unterstützen kann - einschließlich einer wachsenden Anzahl an Patient:innen sowie zunehmender Datenströme.
Datenhoheit und regulatorische Compliance sicherstellen
Da TriageClient mit hochsensiblen Gesundheitsdaten arbeitet, war die vollständige Datenkontrolle eine zentrale Anforderung von Blackpine. Dazu gehörte die Einhaltung von Krankenhaus-Standards im Rahmen von Artikel 9 der DSGVO, einschließlich strikter Datenminimierung, Zweckbindung und transparenter Daten-Governance. In der Praxis musste die Infrastruktur sicherstellen, dass Daten ausschließlich innerhalb der EU gespeichert werden und dass eindeutig garantiert ist, dass keine Gesundheitsdaten die EU verlassen.
Strenge Sicherheitsanforderungen erfüllen
Der Kunde musste sicherstellen, dass der Zugriff auf klinische und Triage-Daten kontrolliert und nachvollziehbar ist. Dazu gehörten starke Verschlüsselung, kontinuierliches Monitoring sowie zuverlässige Backup-Mechanismen. Die Infrastruktur musste Krankenhaus-Sicherheitsstandards erfüllen und gleichzeitig skalierbar sowie über mehrere Kliniken hinweg effizient betreibbar bleiben.
Wartbare, automatisierte Architektur für den langfristigen Betrieb ermöglichen
Blackpine legte den Fokus auf eine Infrastruktur, die langfristig einfach betrieben, aktualisiert und auditiert werden kann und gleichzeitig standardisierte Deployments sowie kontrollierte Änderungen unterstützt. Dies erforderte ein hohes Maß an Automatisierung in der gesamten Umgebung, einschließlich Container-Orchestrierung.

Unser Beitrag

Healthcare-ready Architektur
Die Architektur von TriageClient wurde unter Einhaltung strenger regulatorischer Anforderungen entwickelt. Basierend auf der Open Telekom Cloud bietet die Lösung hohe Verfügbarkeit sowie eine starke Datenhoheit. Auch wenn diese Plattform für DevOps-Teams weniger verbreitet ist, stellte die Open Telekom Cloud die technisch und regulatorisch am besten geeignete Grundlage dar, um TriageClient skalierbar über mehrere Kliniken hinweg einzusetzen.
Automatisiertes Onboarding und Client-Management
Die Architektur automatisiert die Onboarding- und Bereitstellungsprozesse innerhalb der CI/CD-Umgebung des Kunden. Dazu gehört eine klare Trennung zwischen Onboarding- und Delivery-Prozessen, wodurch die automatisierte Erstellung neuer klinischer Mandanten (Tenants) sowie die effiziente Verwaltung bestehender Umgebungen ermöglicht wird.
Sicherheit durch „Security by Design“
Die Infrastruktur wurde mithilfe von Terraform definiert und verwaltet – einem Infrastructure-as-Code-Tool, das es ermöglicht, Sicherheitsrichtlinien direkt in die Plattform zu integrieren. Dieser Ansatz gewährleistet konsistente Zugriffskontrollen, Netzwerksegmentierung und sichere Konfigurationen über alle Umgebungen hinweg.
Skalierung per Klick
Standardisierte Terraform-Templates für die Infrastruktur ermöglichen zuverlässige Deployments und sorgen dafür, dass das System mit minimalem Betriebsaufwand auf neue Kliniken skaliert werden kann.
Scaling multi-clinic digital triage system on Open Telekom Cloud - bottom image - Lemberg Solutions

Die Lösung

Tech-Consulting

Zunächst konzentrierten wir uns auf die Definition einer Infrastrukturstrategie. Zu diesem Zeitpunkt evaluierte Blackpine Medical sowohl die Open Telekom Cloud als auch Microsoft Azure und benötigte eine klare, neutrale Expertenbewertung. Unser DevOps Engineer analysierte beide Plattformen und erläuterte die technischen, regulatorischen und wirtschaftlichen Vor- und Nachteile der jeweiligen Optionen im Kontext des Gesundheitswesens. Während Azure durch größere Vertrautheit und eine einfachere Implementierung überzeugte, erwies sich die Open Telekom Cloud als die bessere Wahl für die Anforderungen des Kunden - insbesondere aufgrund ihrer garantierten Datenhoheit, der besseren Vereinbarkeit mit deutschen Gesundheitsvorschriften sowie der planbaren Kostenstruktur. Daher entschied sich der Kunde letztlich für diese Lösung als nachhaltigste langfristige Option.

Architektonische Grundlage

Unsere Expert:innen definierten gemeinsam die architektonische Grundlage der Lösung und stellten sicher, dass sie mit dem bestehenden CI/CD-System des Kunden sowie den zukünftigen Skalierungsplänen kompatibel ist. Dafür konzipierten und implementierten wir zwei klar getrennte Prozesse:

  • Onboarding - die automatisierte Erstellung eines neuen klinischen Tenants, einschließlich Infrastruktur-Bereitstellung und Basis-Konfiguration.
  • Delivery - Bereitstellung, Updates und operatives Management bereits angebundener Kliniken. Dieses Delivery-Modell ermöglichte die Ausrollung neuer Funktionen und Updates in bestehenden klinischen Umgebungen sowie die unabhängige Verwaltung jeder einzelnen Klinik, ohne Auswirkungen auf andere Instanzen.

Diese klare Trennung war entscheidend, um eine sichere Skalierung und kontrollierte Betriebsabläufe im Gesundheitskontext zu gewährleisten.

Implementierung

Unser DevOps-Experte implementierte die Architektur mithilfe des Terraform IaC-Toolkits (Infrastructure as Code). Durch die Definition der Infrastruktur als wiederverwendbare und versionskontrollierte Templates konnte ein standardisierter Ansatz geschaffen werden, der konsistent über alle Kliniken hinweg angewendet werden kann. Ein entscheidender Vorteil war, dass dieselben Automatisierungen, die für das Onboarding neuer Kliniken genutzt werden, auch für die Verwaltung und Aktualisierung bestehender Kliniken wiederverwendet werden konnten.

Die Infrastruktur wurde auf Basis eines Kubernetes-Clusters umgesetzt, das in die Services der Open Telekom Cloud integriert und an die spezifischen Anforderungen der Managed-Umgebung angepasst wurde. Aufgrund unterschiedlicher Implementierungen von Netzwerk-Plugins, IAM-Mechanismen und dem Lebenszyklus von Kubernetes-Ressourcen innerhalb der OTC-Umgebung setzten wir standardisierte Konfigurationsansätze für Plattformkomponenten um. Diese gewährleisten ein vorhersehbares Systemverhalten, erhöhte Sicherheit und die Einhaltung betrieblicher Anforderungen.

Mit dieser Infrastruktur betreiben mehrere Kliniken eine gemeinsame Umgebung, wodurch Overhead reduziert wird, während gleichzeitig logische Isolation und operative Unabhängigkeit erhalten bleiben. Dadurch erhielt der Kunde ein skalierbares Infrastrukturmodell, das ein schnelles Onboarding sowie die Erweiterung um neue Kliniken unterstützt.

Deployment

Sobald die Klinik-Umgebung bereitgestellt und konfiguriert war, übernahmen wir das Deployment und stellten dem Kunden die finale Produktions-URL für das Klinik-Portal zur Verfügung. Damit wurde der gesamte Lebenszyklus von der Erstellung der Umgebung bis hin zum finalen Release vollständig abgedeckt.

Technologien
Terraform
Kubernetes

Lemberg Solutions ist ein hochprofessioneller Partner mit ausgeprägter technischer Expertise. Für unser Software-as-a-Medical-Device-Produkt haben sie uns bei der Auswahl und Einrichtung unserer Cloud-Infrastruktur unterstützt und geholfen, eine solide Grundlage für unsere Anwendungen zu schaffen. Sie setzen Anforderungen nicht nur um, sondern denken aktiv mit, hinterfragen Annahmen und verbessern so das Endergebnis. Deadlines wurden zuverlässig eingehalten, sie blieben flexibel, und die Zusammenarbeit war durchweg sehr angenehm.

Dr. Felix P. Hans
Geschäftsführer bei Blackpine Medical GmbH
Scaling multi-clinic digital triage system on Open Telekom Cloud - testimonial - Lemberg Solutions

So funktioniert es

Scaling multi-clinic digital triage system on Open Telekom Cloud - How it works - Lemberg Solutions
Triggering clinic onboarding Auslösung des Klinik-Onboardings
Für jede neue Klinik wird das Onboarding automatisiert über die CI/CD-Pipeline angestoßen, wodurch ein standardisierter, wiederholbarer und auditierbarer Aufbau der Umgebung sichergestellt wird.
Automatische Bereitstellung der Infrastruktur
Terraform-Templates stellen die benötigte Cloud-Infrastruktur in der Open Telekom Cloud bereit und erzwingen vordefinierte Sicherheits-, Netzwerk- und Compliance-Richtlinien.
Deployment der Anwendungscontainer
Kubernetes nutzt Helm-Charts, um die TriageClient-Container bereitzustellen und einheitliche Laufzeitumgebungen über alle Kliniken hinweg sicherzustellen. Dieser Prozess wird vollständig über eine zentrale GitLab-CI-Pipeline gesteuert.
Unabhängiger Betrieb auf gemeinsamer Infrastruktur
Jede Klinik läuft in einer logisch isolierten Umgebung innerhalb einer geteilten Infrastruktur, wodurch ein unabhängiger Betrieb bei gleichzeitig hoher Sicherheits- und Kosteneffizienz ermöglicht wird.
Zentrale Verwaltung von Updates und Skalierung
Über eine zentrale CI/CD-Pipeline werden neue Funktionen, Updates und Skalierungsänderungen kontrolliert ausgerollt, während das System kontinuierlich auf weitere Kliniken erweitert wird.

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Olga Lysak, Business Representative in Germany, Head of AI Business Development at Lemberg Solutions
Olga Lysak
CEO bei Lemberg Solutions GmbH

Olga Lysak berät unsere Kunden dabei, ihre Software mit KI-Funktionen auszustatten und hilft ihnen dabei, innovativ zu sein und die Effizienz ihrer Geschäftsprozesse zu steigern. Lassen Sie sich beraten, wie Sie von Künstlicher Intelligenz profitieren können und wie Sie KI in Ihrem Unternehmen implementieren können.