
Upgrade der Fähigkeiten eines 3D-Bioprinters für ein globales Biotech-Unternehmen
Über den Kunden
CELLINK (Teil der BICO-Gruppe) ist ein weltweit führender Innovator in der Entwicklung von Bioprintern und Biomaterialien. Seit der Entwicklung der weltweit ersten universellen Bioink kombiniert CELLINK Biologie, Ingenieurwesen und Informatik, um sich als anerkannter Anbieter von Geräten für biowissenschaftliche Forschungslabore in über 65 Ländern zu etablieren.
Die Herausforderung
CELLINK arbeitete aktiv an der Verbesserung seiner bestehenden 3D-Bioprinter-Modelle sowie an der Entwicklung neuer Funktionen für ein neues Modell. Um die Lieferung zu beschleunigen, suchte das Unternehmen zusätzliche Expertise in den verschiedenen Embedded-Technologien, auf denen diese Geräte basieren.
Unser Beitrag

Die Lösung
Zunächst stellte uns CELLINK umgehend seinen BIO X 3D-Drucker zur Verfügung, sodass unsere Ingenieur:innen die Änderungen direkt integrieren sowie Fehlerbehebungen und die Verifizierung neuer Funktionen auf realer Hardware durchführen konnten. Sobald das Gerät in unserem Embedded-Labor eingetroffen war, begannen die Ingenieur:innen mit der Arbeit an mehreren Systemkomponenten:
- Mikrocontroller
Das „Gehirn“ der Bioprinter von CELLINK ist ein MCU, auf dem Marlin läuft - eine Firmware, die in der überwiegenden Mehrheit der 3D-Drucker zur Steuerung der Bewegungen und Funktionen der Druckköpfe eingesetzt wird. Diese Technologie ermöglicht es dem Kunden, die Controller-Funktionalität an die spezifischen Anforderungen von Bioprintern anzupassen, etwa für gekühlte oder besonders schonende Niederdruck-Extrusion, die zum Erhalt lebender Zellen beiträgt, oder für den Einsatz mehrerer Materialien innerhalb eines Druckvorgangs.
Unsere Ingenieur:innen nutzten ihre Marlin-Expertise, um neue Funktionen für Bioprinter zu entwickeln, darunter koaxiales Drucken und Mischdruckverfahren, und stellten sicher, dass diese Funktionen zuverlässig und korrekt funktionieren.
- Qt-Anwendungen
Die grafische Benutzeroberfläche (GUI) der Drucker (in den BIO X-Modellen) sowie die angeschlossenen Tablets basieren auf Qt-Anwendungen, mit denen Nutzer:innen den Druckprozess direkt einrichten können. Zu den neuen Funktionen dieser Anwendungen gehörte unter anderem ein Feature, das es ermöglicht, 3D-Modelle direkt auf dem Tablet von Grund auf zu erstellen.
Qt ist eine plattformübergreifende Technologie auf Basis von C++ und wird sowohl für nutzerseitige Anwendungen - auf der Geräte-GUI als auch auf dem Tablet - eingesetzt. Da die von uns betreuten Bioprinter-Modelle unterschiedliche Konfigurationen aufwiesen, nutzten wir Qt Widgets für die Entwicklung der Windows-Anwendung auf dem Tablet und die QML-Technologie für die integrierten Qt-Anwendungen auf dem Gerät.
- Middleware
Die Qt-Anwendung kommuniziert über eine Middleware mit dem Controller des Druckers, die auf einem Embedded-Linux-Betriebssystem basiert. Als zentrales Verbindungselement hostet sie mehrere Anwendungen und Dienste, die für das gesamte System essenziell sind. Fundierte Linux-Kenntnisse waren für alle Aufgaben rund um Fehlerbehebung und die Umsetzung neuer Funktionen entscheidend. Um eine effiziente Datenübertragung zwischen den Systemkomponenten sicherzustellen, setzten wir auf ein vordefiniertes Kommunikationsprotokoll.
- Kundenportal
Um ihren Kunden kontinuierlichen Support zu bieten, entwickelte CELLINK ein Kundenportal auf Basis von Flutter Web. Unser:e Ingenieur:in unterstützte bei der Anbindung des Frontends der Z-Stack-Dateiseite an das Backend eines weiteren Produkts, CELLCYTE X, einer automatisierten Imaging-Plattform. Dadurch können Nutzer:innen die von CELLCYTE X aufgenommenen Bilder sicher überwachen.